anbeißen ... zusammenbeißen ... verbeißen  -  unser Leben mit Biss

 

Schon mal darüber nachgedacht, wie oft am Tag wir die Worte "beißen" oder "Biss" in den Mund nehmen? Und welche tiefgreifende Wirkung diese auf unseren Körper und unser Denken haben?

 

Er hat angebissen. 

Zähne zusammenbeißen und durch! 

Sie verbeißt sich total in diese Sache.

 

Was machen diese Sätze mit unserem Kopf? Welche Emotionen verbinden wir damit? Und wenn wir in diesen Kategorien denken, was wollen wir damit demonstrieren?

Betrachten wir einmal den Satz "Zähne zusammenbeißen und durch!" In mir weckt diese Redensart in jedem Fall ein unangenehmes Stressgefühl. Nein vielmehr noch eine negative Emotion. Denn dieser Reaktion geht eine Aktion voraus,  und die muss - dieser Aussage gemäß - eher unangenehmer Natur sein. So unangenehm, dass sie einen urzeitlichen Schutzmechanismus auslöst, der das Überleben sichern sollte - den Kampf-oder-Flucht-Modus. Die fight-or-flight-Reaktion beschreibt die rasche körperliche und seelische Anpassung an Gefahrensituationen als Stressreaktion. Durch eine positive Rückkopplung zwischen Sympatikus und Nebennierenmark wird Adrenalin ausgeschüttet und liefert damit notwendige Energie für überlebenssicherndes Verhalten.

 

Stellen wir uns nun den Tagesablauf unserer Urväter bildhaft vor, so war dieser geprägt vom Jagen und Sammeln zur Nahrungsaufnahme als Überlebensstrategie - also verbunden mit vielen Bewegungsabläufen. Musste sich der "Jäger" nun einer Gefahr stellen - sich also entscheiden, ob er die Flucht ergreift, oder den Angriff wählt, setzte sofort ein Reflex ein, der das für ihn wichtigste Werkzeug zur Nahrungsaufnahme - seinen Kauapparat - schützen sollte, indem er die Kiefer fest aufeinander biss. War der Gefahrenmoment vorüber, die Adrenalinausschüttung beendet und die normalen Bewegungsabläufe  setzten wieder ein, lockerte sich auch wieder die Kiefermuskulatur.

 

So weit, so gut .... doch funktioniert dieser Mechanismus heute nicht mehr oder nicht mehr so gut. Zu viele Reize, zu viele Stresssituationen, zu viele Herausforderungen auf die wir mit Anspannung reagieren. Zu wenig Bewegung, zu langes Sitzen vor dem Bildschirm, in der Schule, im Auto, um Anspannung wieder loszulassen. "Auch nicht schlimm", denkst du? "Geht uns schließlich allen so!" - Stimmt!

 

Und genau das ist unser aller Problem. Denn diese Dauer-Anspannung wirkt sich auf den gesamten Kauapparat, Kopfbereich und Schultergürtel aus. Und nicht nur das: Das Kiefergelenk spielt eine wichtige Rolle in der Kommunikation der Atlas-Steißbein-Achse. Die inneren Kaumuskel sind mit dem Keilbein und dieses wiederum mit der Dura Mater (harte Hirnhaut) verbunden, die den Schädel und den Wirbelkanal auskleidet. Somit ist es nicht ungewöhnlich, dass ein verspanntes Kiefergelenk Auswirkungen auf die Muskeln des gesamten Bewegungsapparats haben kann.

 

Aber nicht nur Stress, auch lange Zahnbehandlungen oder Zahnspangen, aber auch ein sogenanntes Peitschenschlagsyndrom können sich negativ auf den Kieferbereich auswirken. Bruxismus, Tinnitus und Spannungskopfschmerz bis hin zu Migräne können die Folge sein.

 

Was tun? Bewusstes Entspannen ist der erste Schritt. Und viel Bewegung zum Ausgleich im Alltag. Unterstützend empfehle ich die sanfte Kieferentspannung nach Philip Rafferty - R.E.S.E.T. (Rafferty Energy System for Easing the TMG [Temporomandibulargelenk, das Kiefergelenk]).

 

Nähere Infos bekommst du hier.

 

 

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